Finanzierung Assistenz

Was versteht man unter persönlicher Assistenz?

In der Schweiz existieren verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung einer persönlichen Assistenz. Leben mit Behinderung bedeutet sehr oft, auf Hilfe im Alltag angewiesen zu sein. Persönliche Assistenz ist nun eine Möglichkeit, Unterstützung (Assistenz) zu erhalten, wo, wie, wann und von wem man sie braucht und will. Damit ist es behinderten Menschen möglich, gleichberechtigt und selbstbestimmt am Leben teilzunehmen und so zu leben wie alle anderen auch: in ihren eigenen Wohnungen, am Arbeitsplatz und bei Freizeitaktivitäten als auch bei den Eltern und Kindern. Der Unterschied zu herkömmlichen Hilfsangeboten bzw. sozialen Diensten besteht darin, dass bei der persönlichen Assistenz die Initiative von den Betroffenen ausgeht und sie die Organisation ihrer Hilfe selbst in die Hand nehmen.

Der Assistenzbeitrag ermöglicht den Teilnehmenden, ein möglichst selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu Hause zu führen. Mit diesem Modell können Assistenzleistungen finanziert werden, welche von Personen erbracht werden, die mittels Arbeitsvertrag von der behinderten Person (oder ihrer gesetzlichen Vertretung) angestellt worden sind. Leistungen von Organisationen (Spitex etc.) und Familienangehörigen dürfen demnach nicht über den Assistenzbeitrag entschädigt werden. Als Familienangehörige zählen: Ehepartner, mit der behinderten Person in eingetragener Partnerschaft lebende Person, Konkubinatspartner oder in gerader Form mit der behinderten Person Verwandte (Eltern, Grosseltern, Kinder).
Neben den Erwachsenen haben Minderjährige unter gewissen Umständen ebenfalls Anspruch auf einen Assistenzbeitrag. Dazu gehören schwer pflegebedürftige Kinder und Jugendliche, die zu Hause gepflegt werden, sowie vorwiegend körperbehinderte Kinder und Jugendliche, die eine reguläre Ausbildung absolvieren oder erwerbstätig sind.

 

Hilflosenentschädigung

Wer wegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung bei den alltäglichen Lebensverrichtungen (an- und auskleiden, Mobilität, Fortbewegung, Essen, Toilettengang etc.) dauernd auf die Hilfe Dritter, auf persönliche Überwachung oder lebenspraktische Begleitung angewiesen ist, hat unter gewissen Bedingungen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.
Die Hilflosenentschädigung wird als Monatspauschale ausgerichtet (bei Kindern als Tagespauschale), und zwar unabhängig davon, wer die nötige Hilfe, Begleitung und Überwachung geleistet hat. Die Betroffenen können frei wählen, wie sie ihre Hilfe organisieren wollen. Sie können damit auch Familienangehörige bezahlen. Bezahlt wird auch, wenn gar keine Kosten durch Drittpersonen entstanden sind.

 

Intensivpflegezuschlag für Minderjährige

Minderjährige, die im Tagesdurchschnitt neben der Hilflosenentschädigung eine zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen, haben unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag.
Der Intensivpflegezuschlag für Minderjährige richtet sich nach dem Betreuungsaufwand, der im Vergleich zu einem gleichaltrigen, nicht behinderten Kind erforderlich ist. Er wird für jeden Aufenthaltstag zu Hause ausgerichtet.

 

Rückerstattung von Krankheits- und Behinderungskosten durch die Ergänzungsleistungen

Gemäss Bundesgesetz ELG können bei Aufenthalt zu Hause maximal rund Fr. 25’000.– pro Jahr geltend gemacht werden; bei Bezügern/-innen einer mittleren oder schweren Hilflosenentschädigung der IV oder UV (sowie der AHV, falls vor Erreichung des Rentenalters eine HE bezogen wurde) erhöht sich dieser Betrag auf Fr. 60’000.– bzw. Fr. 90’000.–.
Weitere Details regeln die Kantone (unterschiedlich). So gibt es häufig eine Obergrenze von maximal Fr. 4’800.– für Hilfe im Haushalt, wobei meist höchstens Fr. 25.– pro Stunde für privat angestellte Haushaltshilfen vergütet werden (entspricht durchschnittlich 20 Minuten pro Tag). Diese dürfen zudem meist nicht im selben Haushalt wohnen. Die Begrenzungen im Haushalt gelten in der Regel nicht, wenn eine anerkannte Spitexorganisation die Hilfe übernimmt.
Liegt der Kostenrahmen für Pflege und Betreuung über Fr. 25’000.–, wird meist die Hilflosenentschädigung angerechnet (Kosten für Haushalt, Zahnarzt etc. fallen nicht unter diese Regelung). Je mehr der Bedarf an Pflege und Betreuung die Fr. 25’000.– übersteigt, desto weniger kann folglich über die Verwendung der HE frei verfügt werden. Bei hohen Kosten bleibt von der HE gar nichts mehr übrig, was sonst eben selbstbestimmt zum Beispiel für Haushaltshilfen oder Mobilitätskosten eingesetzt werden könnte.
Die Kantone bezeichnen eine Abklärungsstelle und legen das Anforderungsprofil von privat angestellten Pflegekräften fest – soweit diese überhaupt als Leistungserbringer vorgesehen sind. Wird die Pflege und Betreuung durch Familienangehörige geleistet, werden diese höchstens im Rahmen ihres nachweisbaren Einkommensverlustes entschädigt.
Diese Art von Finanzierung ist kompliziert und von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Bitte nehmen Sie direkt Kontakt mit den entsprechenden Stellen auf.